Bildaufbereitung - von der Vorlage zum optimierten Bild

Eine Standardaufgabe ist es, vorhandenes Bildmaterial aufzubereiten. In den folgenden Ausführungen gehen wir davon aus, dass die Bilder in elektronischer Form vorliegen und z.B. über eine Digitale Kamera, per Scanner oder von einer Photo-CD eingelesen werden können

1. Schritt - Bildausschnitt wählen

Um einen Bildausschnitt auszuwählen, muss man

  • aus den GIMP-Werkzeugkiste den Knopf für die Auswahl eines Bereiches anklicken (siehe unten) bzw. die R-Taste drücken,
  • dann kann man mit gedrückter linker Maustaste den Bereich im Bild auswählen.

RE-Auswahl
Bildausschnitt_wählen

Mit den zwei folgenden Arbeitsschritten erzeugt man aus der Auswahl ein neues Bild:

  • mit einem Klick auf die rechte(!) Maustaste in das Bild aktiviert man das Arbeitsmenü von Gimp und mit einem linken Mausklick auf Bearbeiten - Kopieren (bzw. einem Tastendruck auf die Strg- und die C-Taste) wird der Ausschnitt in die Zwischenablage kopiert.
  • Über einen Klick auf die rechte(!) Maustaste in das Bild und einen linken Mausklick auf Bearbeiten - Einfügen als Neu (bzw. einem Tastendruck auf die Strg- und die N-Taste) werden die Daten aus der Zwischenablage in ein neues Bild kopiert.

Das Ergebnis ist rechts zu sehen.

Bildauschnitt

2. Schritt - Bildqualität optimieren

Optimierungsmoeglichkeiten

Meist ist das vorhandene Bild noch auf elektronischem Wege optimierbar. Die verschiedenen Möglichkeiten sind über eine Klick auf die rechte(!) Maustaste und einen linken Mausklick auf Bild - Farben erreichbar (siehe Abbildung links).

Der einfachste Weg zum Ziel geht über den Menüpunkt Werte (bzw. der Tastenkombination Alt-W) und einem Klick auf den Auto-Knopf. Hiermit wird der Tonwertumfang des Bildes optimiert. Falls das Ergebnis noch nicht den Erwartungen enspricht, kann man u.a. mit gedrückter linker Maustaste die Dreiecke für die Minimum-, Mittel- und Maximalwerte verschieben, wodurch die Eckwerte für den Tonwertumfang manuell veränderbar sind.

Weitere Veränderungsmöglichkeiten bieten u.a. die Menüpunkte für Tonwert, Helligkeit_Kontrast, Farbausgleich und Farbton-Sättigung. Die zugehörigen Dialoge sind in den unten stehenden Abbildungen zu sehen. Hier gilt es, durch gezieles Probieren noch das Letzte herauszuholen.


Tonwert bzw. ALT-W Tonwertumfang_vergroessern
Helligkeit_Kontrast bzw. Alt-H Helligkeit_Kontrast Farbausgleich bzw. Alt-F Farbausgleich
Farbton-Sättigung bzw. Alt-S Farbton-Sättigung


Das Ergebnis ist doch schon recht nett...;-).
Bild_optimiert

3. Schritt - Person freistellen

Bei vielen Bildern lenkt ein unruhiger oder unpassender Hintergrund von der Hauptsache (hier der Person) im Vordergrund ab. Abhilfe bringt das sogenannte "Freistellen". Hierfür muss man den gewünschten Ausschnitt zuerst mit einem Auswahlwerkzeug auswählen. In unserem Beispiel bietet sich aus der GIMP-Werkzeugkiste der Zauberstab für die Auswahl eines zusammenhängenden (Farb-)bereiches an. Die intelligente Schere oder die Bezierkurven sind andere Wege zum Ziel, die jedoch eine sehr ruhige Hand, viel Geduld und Geschick verlangen, um zum Ziel zu kommen.

Mit einem Mausklick (linke Taste) auf den Zauberstab aktiviert man die gewünschte Funktion, mit einem Doppelklick kommt man in die Werkzeugeinstellungen. Hier ist der Schieberegler für den Schwellwert von dem vorgegebenen Wert 15 zu vergrößern. Für unser Beispielbild ist ein Wert von 55 ein guter Wert...

Auswahl nach Farbe Werkzeugeinstellung für Auswahl nach Farbe
Freistellen - Auswahl

Bild - freigestellt - OK

Mit einem linken Mausklick in den gewünschten Bereich wählt man ihn aus(1). Da mit aller Wahrscheinlichkeit nicht die Auswahl vollständig ist, muss man bei gedrückter Shift-Taste in die weiteren gewünschten Bereiche reinklicken(2). Wird die Auswahl auch auf ungewünschte Bereiche ausgedehnt, benutzt man die Funktion zum Widerrufen des letzten Befehls (rechter Mausklick ins Bild, Bearbeiten - Rückgängig; alternativ: Strg-Z)(3) bzw. klickt mit gedrückter Strg-Taste in die ungewünschten Bereiche, um sie zu deselektieren(4).

Wenn der ungewünschte Bereich tendenziell eher aus einer Farbe besteht als der gewünschte Bereich, dann empfiehlt es sich, erst den ungewünschten Bereich wie oben beschrieben zu selektieren und dann die Auswahl mit dem Menüpunkt Auswahl - Invertieren oder per Tastendruck über Strg-I umzukehren.

Über einen Klick auf die rechte(!) Maustaste in das Bild und einen linken Mausklick auf Bearbeiten - Einfügen als Neu (bzw. einem Tastendruck auf die Strg- und die N-Taste) werden die Daten der Auswahl in ein neues Bild kopiert.


4. Schritt - Neuen Hintergrund einfügen

Einen neuen Hintergrund kann man mit GIMP in das Bild einfügen, wenn man sich die Ebenenverwaltung von Gimp zu Nutzen macht. Diese ruft man durch einen Klick mit der rechten(!) Maustaste in das Bild und einen linken Mausklick auf Ebenen - Ebenen, Kanäle und Pfade (bzw. einem Tastendruck auf die Strg- und die L-Taste) auf.

Eine neue Ebene erzeugt man, indem man auf den Knopf mit dem leeren Blatt links unten klickt, wobei man in dem darauffolgenden Dialog den Schalter für den weißen Hintergrund anklicken sollte. Danach schickt man den neuen Hintergrund mit dem Pfeil-nach-unten-Knopf in den Hintergrund, damit unser Vordergrund wieder sichtbar wird.

Einstellungen fuer die neue Ebene

Ebenenauswahl - zu Anfang Ebenenauswahl Ebenenauswahl - zum Ende Ebenenauswahl - nachher

Werkzeugkasten - Farbverlauf

Als neuen Hintergrund wählen wir einen Farbverlauf. Mit einem Mausklick (linke Taste) auf den Zauberstab aktiviert man die gewünschte Funktion, mit einem Doppelklick kommt man in die Werkzeugeinstellungen. Hier belassen wir die Voreinstellungen.

Wir haben einen Farbverlauf von Vordergrundfarbe zu Hintergrundfarbe ausgewählt. Um diesen ansehnlicher zu gestalten, verändern wir die Vordergrundfarbe. Dies geschieht durch einen Doppelklick auf die Vordergrundfarbensymbol in der GIMP-Werkzeugkiste. Im erscheinenden Dialog klicken wir auf die gewünschte Farbe und beenden den Dialog.

Um den Farbverlauf wie im Beispiel zu erstellen, muss man bei gedrückter linker Maustaste im Bild von rechts unten nach links oben ziehen.

Und das ist das Ergebnis!

Werkzeug - Farbverlauf

Werkzeugkiste - Farbauswahl Werkzeug - Farbverlauf Bild mit Farbverlauf

5. Schritt - Filtereffekt einfügen

Wer möchte, dem bietet GIMP eine Vielzahl von Filtereffekten an, mit denen man ein vorhandenes Bild "verschlimmbessern" kann...;-).. Den folgende Effekt erreicht man über einen Klick mit der rechten(!) Maustaste in das Bild und einen linken Mausklick auf Filter - Lichteffekte - Supernova.

Um sich die Positionierung des Lichteffektes einfacher zu machen, sollte man den Knopf "Zeige Cursor" aktivieren. Der Lichteffekt wird außerdem angenehmer, wenn man den Wert für den Radius auf 10 verringert.

Effektfilter -Supernova - Einstellungen Bild mit Supernova-Effekt

6. Schritt - Ergebnis in Graustufenbild umwandeln

Graustufenbild Wenn viele Bilder in einen Text zu integrieren sind, der sowieso nur schwarz-weiß ausgedruckt wird, sollte man ein Farbbild in ein Graustufenbild umwandeln, um die Dateigröße zu verringern und den Ausdruck zu beschleunigen. Dies erreicht man über einen Klick mit der rechten(!) Maustaste in das Bild und einen linken Mausklick auf Bild - Modus - Graustufen bzw. einen Tastendruck auf die Alt- und die W-Taste).

8. Schritt - Ergebnis speichern

Eigentlich ist es beim Arbeiten am Computer empfehlenswert, nicht erst am Ende der Bearbeitung das Ergebnis zu sichern. Obwohl GIMP mittlerweile nur noch in Extremfällen abstürzt, sollte man schon frühzeitig Zwischenstände speichern.

Den Speichern-Dialog startet man über eine Klick mit der rechten(!) Maustaste in das Bild und einen linken Mausklick auf Datei - Speichern bzw. einen Tastendruck auf die Strg- und die S-Taste). In der Praxis bewährt hat sich, wenn der Dateityp nach Endung bestimmt wird und man die Endung eingibt (für Echtfarbenbilder bitte .jpg, für Bildschirmhardcopys oder Pixelgrafiken .png benutzen).

Speichern-Dialog
Hamburg - 24.03.2002 - Jens Stolze