Programmiersprache Pascal

Datenströme

Ein Datenstrom (stream) umfaßt Daten, die von einer Quelle zu einem Ziel fließen und dabei gegebenenfalls ihr Format, nicht jedoch ihren Bedeutungsgehalt verändern.

Moderne Programmiersprachen erlauben eine einheitliche Behandlung von Datenströmen, und zwar unabhängig von Quelle und Ziel (Hauptspeicher, Nutzer-Terminal, lokale Datenspeicher, lokales oder weltweites Rechnernetz).

In Standard Pascal ist von der Idee des Datenstromes noch wenig zu spüren, neuere Pascal-Realisierungen greifen die Idee (partiell) auf.

Im Zusammenhang mit Datenströmen werden zwei separate Aufgaben sichtbar:

Beide Aufgaben überschneiden sich in einem Punkt: Für die Arbeit mit Textdateien ist häufig die Konvertierung von Daten erforderlich (z.B. Zahl - Zeichenkette).
Die Aufgaben sind jedoch nicht identisch: Zum einen werden Daten ohne Konvertierung kopiert (binäre Daten), zum anderen gibt es weitere Arten der Konvertierung (z.B. ganze Zahl - reelle Zahl).

In früheren Programmiersprach(version)en wurden beide Aufgaben getrennt und nach unterschiedlichen Konzepten gelöst:

Hier hat es inzwischen Verallgemeinerungen gegeben: In Bezug auf die Sprachmittel ist zu unterscheiden: Sprachen, bei denen der Umfang des vorgeschriebenen Laufzeitsystems gering ist, sichern zwar eine hohe Flexibilität, verführen die Entwickler von Programmiersystemen aber nicht selten dazu, eigene Erweiterungen vorzunehmen. Werden diese Erweiterungen von den Programmierern unkritisch genutzt, so ergeben sich oft Probleme bei der Portabilität der entwickelten Programme.
Dieses Problem ist auch bei Pascal und den Nachfolgesprachen Modula und Oberon zu beachten, da der Sprachschöpfer N. Wirth bewußt Wert auf die Kompaktheit seiner Sprachen gelegt hat.
Besonders Turbo Pascal und das darauf beruhende Delphi besitzen eine Vielzahl von nicht portablen Erweiterungen !

Dateien

Bei der Arbeit mit Dateien ist zu unterscheiden:

Ablageformat

Bemerkung:
Werden ausschließlich Daten abgelegt, die rechnerintern als Zeichen bzw. Zeichenkette vorliegen, so sind - je nach Implementierung - Binär- und Textdatei entweder identisch oder zumindest sehr ähnlich aufgebaut.

Zugriffsart

Zugriffsrecht Bemerkung: Ein Einfügen ist beim Schreiben nicht unmittelbar möglich, die Datei muß dafür neu aufgebaut werden. Folgezustand Programmiersprachen stellen zur Arbeit mit Dateien im allgemeinen folgende Operationen bereit: Häufig löst eine Anweisung mehrere Operationen aus, teils explizit, teils implizit (Nebeneffekt).



P. Böhme, 02.09.1995